Der Kapitän kommandiert laut auf seinem Steg, Matrosen huschen barfuß mit Seilen und Tauen. Die Pfähle starren schwarz aus dem Wasser, wir haben Gegendampf und drehen uns.
Ich unterscheide im Laufen jedermann am Land, selbst den österreichischen Offizier erkenne ich mit dem schiefen Cäppi. Ich höre die Fahne über mir knattern im Gegenwind. Nun tuten alle Hörner, die Ventile öffnen sich, das Schiff knirscht und stöhnt.
Ich komme über Verdeck gelaufen, schleudre die Passagiere beiseite. Ich sehe Cederström fest wie einen Schlafwandler auf den Ausgang zugehen, renne vorbei.
Ich erreiche die Koffer, ich erkenne meine Zeichen. Ich schließe den gelben Koffer auf, reiße die Sachen auseinander, erwische einen Schuhsack, Baron Uxkulls Diener hat ihn gut gepackt, der Schuh fällt heraus, ich achte es nicht. Ich schließe zu, ich hebe mich schwerfällig am Geländer.
Ich habe ein buntes vielfarbenes Tuch in der Hand, ich reiße die Nähte auf, ich hebe mich breit in der Höhe, ich winke zweimal mit frischen Rufen, immer in die Luft.
Dann führe ich das Tuch über mein Gesicht, mein Gesicht formt sich hinein. Mein Herz klopft mir aus dem Tuch in mein Gesicht.
Ich drehe mich langsam ab von der schwedischen Küste.
Frauen
Man stirbt nicht vor Trauer. Man hat das Meer zum Anstarrn, müde der Herzen, die verführen und peinigen. Die großen Nebelwolken, die mit Sausen wie Batterien angefahren, haben die Küste verödet. Man hat die Nebel zwischen sich und den Leidenschaften, das ist Einsamkeit.
Man leidet an den stumpfen bleiernen Gurten, die das Meer gegen den Himmel spannt, mit unaufhörlicher glücklicher Monotonie. Die Dunkelheit des Herbstes hat sich gepaart mit den Gedanken, die die Ruhe durchdringen und in den Wolken ausbluten, wenn der Abend sie entflammt. Die Sicherheit, jenseits der Eitelkeit, der Siege, Wunden, Triumphe, all des Geschichteten, Reibenden, all der Unrast der Menschen, verfallen zu sein einer Traurigkeit, die man grundlos erleidet, aber die man liebt, das hat einen unbeschreiblichen Glanz der Melancholie entfacht.