PRINZ VON WALES: Seltsam, damit zum Prinzen von Wales zu kommen.

KEAN: Und dies mit einem Brief, der beweist, daß es keine schönere Aufgabe ist, als für die Verteidigung einer Frau und der Wahrheit selbst vor der Ungnade des höchsten Protektors zu stehen. Den Brief ließ Daisy Miller in meinem Zimmer, als sie mich nicht antraf. Der Spion versäumte zu sagen, daß sie es nach zwei Minuten verließ.

AMY: Lesen Sie.

KEAN: Nicht ich.

PRINZ VON WALES: Lesen Sie.

KEAN: Wer bin ich, Monseigneur? Ich bin der Schauspieler Kean. Ich bin nicht töricht genug, zu wissen, daß dies viel ist, so wenig es vor Ihnen ist. Aber was bedeute ich in einer Sache, die Keuschheit und Würde verlangt. Habe ich ein Echo in feinen Dingen? Man schreit Don Juan, Verräter, Wüstling, Komödiant. Man horcht auf meine Stimme, wenn ich Romeo spiele. Was bin ich als Mensch diesen anderen Menschen? Nimmt jemand mich voll außer Monseigneur? Ich fürchte, daß meine Stimme nicht den Vorzug hat, so vor der Wahrheit zu stehen, wie mein Wille es tut.

GRAF KOEFELD: Akzeptiert. Unaufgefordert. Da Sie den Prinzen von Wales suchen, bitte, Ihre Bitte nicht aufzuschieben, mit der Sie sich annoncierten. Seine Wünsche sind Ordres. Höflichkeit, sie zu befolgen, die geringste Pflicht der Untertanen.

KEAN: So darf ich mich vor der Gräfin Koefeld neigen, denn nur wenn die Ehre dieser Frau und ihr Name sich anschickt, ja sagend und gütig sich beugend, zur Unschuld der ärmeren und unbedeutenderen Schwester herunterzukommen, wird erst Gerechtigkeit sein und die Unschuld so gut gepaart sein, daß es überzeugt.

PRINZ VON WALES: Kean.

KEAN: Selbst Ihr Rang und Ihre Macht, Monseigneur, sind nur eine Stufe der gestaffelten menschlichen Vollkommenheit und ein schöner Vorposten der menschlichen Gesetze. Verzeihen Sie meine Kühnheit, wenn ich die große Rührung, die von dem schlichten Mund der unbestechlichen und erhabenen Wahrheit ausgehen, darüber stelle. Die Unbedingtheit der gerechten Äußerung kommt nur aus der Würde einer verehrungswürdigen Frau.