PRINZ VON WALES: Geben Sie der Gräfin den Brief.
AMY: Sagen Sie Ihr Kommentar.
HELENE: Ich möchte ihn nicht lesen.
KEAN: Ich verehre das Übermaß an Zartgefühl, das nicht in die Feinheiten anderer Schicksale fassen will, Gräfin. Ich, der ich erbärmlich bin vor der Größe Ihrer Augen, nur ein Sujet, ein Quelconque, nur ein Mann, irgendwelcher, nur Kean, ich flehe Sie an, aus einer übertriebenen Feinfühligkeit kein Opfer zu machen.
GRAF KOEFELD: Geben Sie der Gräfin diesen Brief. Unbesorgt. Voran. Junger Mann. Zivilcourage!
KEAN: Darf ich die größte Beleidigung wagen, die Monseigneur angetan wurde, und ihn bitten, die Gräfin meine Erklärungen allein aufnehmen zu lassen, damit die Wahrheit, die ja im einzelnen der private Besitz anderer Menschen ist, aus ihrem Munde Ihnen zurückgegeben, ohne jeden Klatsch nur mit der endgültigen Sicherheit des Satzes schließe: Kean ist unschuldig, und die verfolgte Frau ist es auch.
Der Prinz führt die beiden in den Hintergrund, lächelnd, sich verbeugend.
GRAF KOEFELD: Tontauben, Monseigneur. Sie gehen zum Balkonfenster hinaus. Peng ... Schräg ... zu hoch – Patronen. Dank ... Monseigneur. Man sieht sie draußen, hört sie, sieht ihre Schatten.
HELENE: Sie haben mich in eine Lage gebracht, die ich Sie büßen lasse.
KEAN: Da ich in einer guten Sache mein Leben zum erstenmal dem Ihren mische, kann nur ein gutes Schicksal über uns stehn.