SALOMON: Ich fand Sie nicht mehr, und wenn die Dame sagt, sie erwarte morgen Sie zu sprechen, so wird sie doch nicht erwartet, sondern sie hat selbst nur Erwartungen.
KEAN: Laß den Unfug, mit dem du deine Vergeßlichkeit groß machen willst. Du meldest den Mittag dich bei mir auf dem Artistenfest. Du bist dann zeitig im Theater und auf alles gespannt. Am Büro öffnest du die separate Tür. Du läßt die Gräfin Koefeld, auch wenn sie verschleiert ist, in meine Loge durch den Gang und die Wandtür führen. Vor der Vorstellung. Wenn dir mein Lachen lieb ist. Wenn sie nicht kommt, werde ich verrückt.
SZENE DREI
DIENER mit Karte: Die Dame wird erwartet.
KEAN: Daisy Miller.
SALOMON: Ich warte nicht länger. Im Abgehen. Es ist der Name der Dame, die erwartet, erwartet zu werden. Singt: Ach Gottsche, schenk mern Hambelmann, un e Kordel dezu, daß er zawwele kann.
KEAN: Herein die Dame. Mein Frack. Springt hinter eine Portiere, wo er sich, sichtbar dem Parkett, aber nicht der Eintretenden, fertig umzieht mit Hilfe des Dieners, der zu ihm kommt, nachdem er Daisy hereingeführt. Daisy bleibt mitten stehen, sieht sich um. Sie haben mich verfehlt, verzeihen Sie; durch die unentschuldbare Haltung meines Dieners erfuhr ich zu spät ... Sie sind Daisy Miller?
DAISY: Ich kann nicht widersprechen. Doch ich wünschte, es nicht zu sein.
KEAN: Dann könnte Ihr Wunsch nur sein, Lady Mevil zu sein.
DAISY: Dem widerspricht meine Handlung.