Sie erwiderte kein Wort, Timurs Gesicht blieb starr, als sie, die die Flamme seiner Pläne war, hochaufgerichtet, klirrend von Steinen, die er ihr geschenkt, den Raum verließ.
Sie fastete zehn Tage, aber das Leben der zähen Katze, das in ihr schlief, verlief nur schwer. Als am elften Tage die Stimme der Gottheit an sie erscholl, rief sie, schön noch mit bleichen Lippen: „Ich bin bereit.“
Kein anderes Weib als die Chinesin kam fürder auf Timurs Pfühl.
In einem Tale stiller Gräser und Tiere lebte er mit ihr ein halbes Jahr und jagte Schwäne auf den Teichen.
Eine Mondfinsternis riß ihn auf, er kehrte nach Samarkand zurück und rüstete den indischen Zug, leblos die Chinesin mit sich führend. Die Feldherrn kamen in das dunkle kleine Haus, der Garten war überdacht mit Leinen, die Fontäne knallte. Guines nahm den flimmernden Lauf der Sterne auf, die aus entfernten Gebirgen aufstiegen. Timur füllte bis auf ein Kleines das letzte Drittel seiner Windrose. Aus allen Provinzen Asiens fielen Heere in die Ebene, erstiegen die Gebirge und strömten in die Tiefländer.
In einem südlichen Gebirg gingen Menschen an ihnen vorbei, stolz wie Götter, die, weißer Haut, von der Sonne angeglüht, auf dem hohen Schnee nackt liefen. Waffenlos traten sie heran, stellten die Arme auf die Hüften und ließen lächelnd die Tataren vorüberreiten. Sie hießen Siapusch. Timur ließ ihren Anführer von einem Gletscher hinabstürzen, er flog, die Arme gebreitet, ab.
Als erster warf Timur sein Pferd in den Indus, dann brachen die Heere tagelang nach und zerwühlten den Strom. An der steinernen Kuh, aus deren Euter der Ganges fällt in sieben Strahlen, warf er ein Heer der Inder um.
Er ließ die lebenden Gefangenen zusammenschichten zu Türmen, legte feuchten Lehm und Gebälk dazwischen, mörtelte sie ein. Die Türme schwankten wie Schlangen bis in die Nacht. Dann erstarrten sie.
Geknäult in sein Zelt, die Augen weit geöffnet, sagte er, wenn indische Trophäen kamen, der Boten überdrüssig: „Was kommen sie, bin ich müde?“, und sandte ihnen den Todesbefehl entgegen.
Auch hier teilte die Chinesin sein Zelt.