Am unteren Ganges fing die Vorhut einen Prinzen, schön wie ein Schläfer, daß die Papageien der Chinesin zu singen anhuben wie die Lerchen, geblendet von ihm. Er ließ ihn, um den viele als Sklaven inbrünstig baten, um seine Schönheit in einem Ausgleich zu ehren, in seidenen Tapeten zu Tode rollen.

An den Seiten der Flüsse folgten seinem Fuß zuckende Türme, die sich in das Rot schwerer Abende hineinkrümmten. Die Tataren gossen sich aus dem Gebirg herunter, Pfeile schütteten die Wälder zu, Pferdegewieher rauschte in die Ströme.

Timur warf die Geschwader um Dehli.

Zur Entsetzung der dreistaffligen Königsstadt kamen um den Bogen des Stroms Hunderte von Schiffen rotgesegelt eines Morgens den Fluß herauf. Das stahlblaue Band der Strömung zitterte. Mit Katapulten zerschmetterten die Tataren knallend die Hölzer. Bogenschützen, die Ufer säumend, mit Harnischen, schossen den Fluß rot, daß er über die Ufer trat.

Um Dehli lag ein fester Ring. Andere Geschwader lösten sich. Wie Bremsen glitzernd warfen sie das Land unter ihre Pferdebäuche bis ans Meer. Als die Wellen vor ihnen sich wütend in die Höhe bogen, ritten sie knirschend zurück.

Aus Dehli fiel ein Heer aus. Das Tal stand überflutet von braunen Indern. Elefanten wogten an mit giftigen Dolchen. Glocken, Pauken und Trommeln knatterten. Aus den Tatarenreihen flogen Flitschpfeile. Ochsen sausten los, brennendes Reisig zwischen den Hörnern, die Augen dunkelgebläht.

Tatarenhaufen stießen in die braunen Massen, rissen mit geschärften Ringen die Rüssel der Elefanten aus den Körpern. Das Tal spie Blut in den Gangesarm. Die Braunen schwanden. Tataren brachen bis an die Tore. Auf dem Feld tanzten die Nacht in gekrümmten Sprüngen die ausgerissenen Rüssel.

Mit krummen Schenkeln, obeinig, ersprangen, die Tataren die Vorstädte, drei Tage schwangen sie die Messer, die Gheberer warfen ihre Kinder und Frauen ins Feuer, die Muslemin aus Angst vor den Tataren erdrosselten sie, und, selbst die Leiber zerhackt, entfielen sie den Säbeln der Tataren.

Nach diesen drei Tagen schmiß Keser seinen Säbel auf einen Prellstein, spie aus und ritt zu Guines. Den zwang er zu seinem Vater zu laufen mit den Worten, die er ihn lehrte:

„Ich habe gekämpft wie wenige deiner Feldherrn. Du hast mich belohnt. Ich danke dir. Doch ich bin diesen Auftrag müde. Bin ich ein Metzger oder ein Hund? Ich fechte nicht weiter in der Stadt. Ich werfe mich in den Staub vor deiner Kraft. Aber bedenke, hättest du die Verwüstungen Nebukadnezars, die Macht der Amalekiter: das Grab eines Palastes ist das Ende. Ein Hemd und ein Rock, reines Wasser und Brot ist alles, was ein durchgängiger Wandersmann verlangen muß und schon zuviel für einen. Mein Kopf steht dir frei. Aber ich höre auf, laß es genug sein.“