Yakou meldete es Timur noch die Nacht, schon zum Zeichen der Trauer in blauer Filzkleidung das Zelt betretend.

„Die Chinesin,“ keuchte Timur. Dann brüllte er auf. Aber sofort sich packend, gab er dem alternden Yakou die Hand und ging über seine Rede hinweg. Sich schüttelnd verfolgte er den ägyptischen Fürsten drei Tage, bis er ihn, einfing wie einen Hasen. In einer Schlinge zappelnd wurde er vorbeigeführt.

Doch Timur sah ihn nicht, schon wendete er. Mit dreitausend ausgewählten Hauptleuten entflammte er die Erde mit schlagenden Hufen. Doggen stürzten vor ihnen her auf der Spur.

In einem Steinbruch fingen sie den Stamm. Timur riß dem Schach selbst die Augen heraus. Die anderen sotten sie in siebzig Kesseln. Es waren zwei Prinzen aus Timurs Haus dabei. Sie sotten. Sein Kopf war unbeweglich. Blaß mit roten Rändern um die Lider stand die Chinesin hinter ihm.

Den Abend brach mit der Hand am Dolch ein Neffe bei ihm ein. Timur riß ihm mit dem Säbel den Unterarm ab. „O daß ich sterbe . . . o daß ich sterbe . . .“ stöhnte der Junge, der seine Brüder rächen wollte. Timur gab ihn zum Sterben.

„Auch du hast deinen Oheim getötet,“ sagte die Chinesin.

„Gott wollte das,“ sagte Timur stolz. „Was will der Fant?“

Hochfahrend kam Miser Ulek vor das Gericht, das Timur ihr aus Fürsten stellte. Sie hatte sich mit Schmuck belegt und bemalt wie eine große Fürstin. Aus Versehen führten sie die Wachen zuerst in das Zelt des wachthabenden Emirs. Timur ließ dem Emir Stockschläge auf die Sohlen geben, denn sie war seines Geblüts und er ehrte sie im Zorn noch, daß sie nicht im Haus eines Untergebenen weile.

Das Gericht sprach kein Wort vom Raub der Chinesin. Dies wurde nicht erwähnt. Miser Ulek sprach keine Silbe. Das Gericht verhandelte wie nach Vereinbarung über einen Seid, den Miser Ulek in ihrer chinesischen Residenz, die sie, Timurs Zügen folgend, nie besuchte, auf der Straße erstechen ließ, weil er vergaß, ihr zu ihrem Geburtstag eine Aufwartung zu machen. Sie wurde zu tausend Balischen Gold verurteilt.

Kurz lag ihr Blick auf der Chinesin, stechend und kalt.