Am Morgen kam als Bote des griechischen Kaisers der Prinz von Schiruan, breitete vor dem Zelt neun Ladungen aus edler Geschirre, neun Kamele voll Teppiche und acht gelehrte Sklaven, die Harfen, Zirkel und Papierrollen trugen. Sie fragten ihn, wo der neunte sei, wie die Sitte es wolle. Er hob die Hand, bog sie um und stellte den Finger gegen die eigene Brust.

Die Heere Axallas, die die Küsten durchstäupt hatten, kehrten donnernd zurück. Axalla fehlte. Sein Schreiber brachte seinen Brief: „Vierzig Jahre führe ich Krieg mit dir. Der Tod schlägt mich am Meer entzwei, ich sterbe in Verdruß, daß ich nicht Dehli mit dir nehmen kann. Doch bin ich nicht groß genug, um bis ans Ende mitzugehen.“

Es war ein heißer Morgen, ganz gelb voll spiegelndem Licht. Timurs Mund war geschlossen, als er mit der Chinesin die Schätze musternd vorüberging, das Letzte der Welt. Die Strahlen flogen in Fluten darüber. „Einsam,“ sagte Timur, „aber am Ziel.“

„Leben wir,“ sagte die Chinesin: „Es ist überstanden.“

Den Abend ließ er die Gefangenen zusammenpferchen. Sie füllten den ganzen auslaufenden Kessel des Gebirgs. Es waren hunderttausend Leiber, um die die gelbkalkigen Abhänge hingen. Ihnen gegenüber stellte Timur die Halbbogen zweier Heere an das andere Ende der Ebene. In der Nacht ging der Fluß zurück und ließ silbrige Quallen. Heiße Fontänen spritzten um das Lager in die Höhe, und zwei Kometen bohrten sich durch den hängenden Himmel.

Am Morgen ging Timur vor das Zelt.

Dann schritt er einen Hügel hinauf, der mit einem Kegel mitten in der Ebene aufstieg.

Links wogte im Kessel die braune Flut, ungedämmt, sich an den Wänden brechend, der Gefangenen. Rechts hielten die Tataren, bereit zum Sturm. Zwischen ihnen am Fuße des Hügels war eine Tribüne, und ein Tatar hielt, das Gesicht heraufgerichtet, einen halbgerafften Teppich in der Hand.

Die Tataren hielten unbeweglich, gegossen, die Zügel zwischen die Zähne eingespannt. Die Pferde stemmten die Beine nach vorn, an den Mäulern zurückgerissen. Die runden Säbel blitzten in der Sonne. Sie hingen blutgierig wie zwei geschwollene Wolken am Ende des Gebirgs.

Da begriff die Chinesin.