Ihre Brust bebte. Sie nickte. Dann ging sie allein hinunter den langen Weg nach Honoruru zu den Zeremonien der Königin, der sie verwandt war in der dritten Reihe. Jean François lief den Tag durch den Wald.

Die Fledermäuse stoben auf. Sie reizten ihn nicht. Kein Trogu entzückte seine Augen. Er warf mit Früchten nach den wilden Schweinen und brüllte aus breiter Brust, daß sie verstoben. Er kam heim, als die Sterne sich über den Wald wölbten und lag eine Nacht, das Gesicht verzerrt gegen den Himmel, schlaflos.

Am Morgen wusch er sich, nahm ein Kanoe, stieß ins Meer, sang heiß, kam des Nachts in die Stadt und durchschweifte die Gassen. Gegen Morgen kam er an die große Bai. Draußen lagen im fahlen Silbergrau sieben Schiffe. Er begriff nicht. Er visierte. Es waren sieben Schiffe. Es waren nicht die seinen.

Drei waren Sandelholzfahrer, Amerikaner. Die anderen hatten die plumpe Bauchlinie und das Grau der Walfischfahrer der südlichen Meere. Er verstand diese große Flotte nicht, wo sonst nur einzelne in Monaten Pause ankerten.

Er ging zurück und trat in eine erleuchtete Hütte. Matrosen johlten darin. Sie hatten Rumfässer aus den Schiffen herübergewälzt. Er ging auf den Besitzer zu und nahm ihn zur Seite. Es war ein alter Chinese, er kannte ihn. Der sah ihn an von unten und sagte, seit vier Wochen sammelten sich Schiffe und Matrosen am Strand. Jean François erstaunte, allein seine Sehnsucht ging nach Kalekua. Er vergaß alles darüber.

Als er aber im großen Garten von Ananas bei ihrem Oheim Kuakini saß, begannen die Amerikaner das Haus der Königin zu beschießen. Sie speisten gerade. Jean François sprang hinaus. Zwischen den verankerten Schiffen und der Küste wimmelten Boote.

Ein Weißer kam ihm entgegen. Er trug den dürftigen Taillenrock um die eherne Brust, ein starres Gesicht, um das sich Locken kräuselten. Er war ein Missionar von den Schiffen.

„Warum tun sie das?“

Der Missionar sprach von Christi Wunden und hob sein Bibelbuch. Da schlug ihm Jean François die Hand voll ins Gesicht.

Die Natives flohen aus allen Häusern. Die Matrosen stellten Espingoles am Strand auf und schossen einpfündige Kugeln. Häuser brachen knallend zusammen. Das Haus der Königin brannte. Jean François ging in den Garten zurück, nahm Kalekua und floh mit ihr. Überall in breiter Kette strömten Menschen in den Wald, wo die Matrosen nicht mehr folgen konnten. Einige blieben stehen, hoben die Arme und machten demütige Gebärden, „Rono“ rufend.