Allein er umarmte Kalekua und fragte nach nichts.

Sie zogen zwei Tage durch den Wald. Am Abend noch, da sie ihre Hütte erreichten, fuhr er hinaus aufs Meer. Er sah sein dunkles Lavariff in den Himmel aufwärts stoßen und sein Haus wie auf einem Wellenrücken hoch tragen. Er sah die geschmeidige Flanke der Bucht ausgedehnt nach den beiden Seiten. Sah darüber gewölbt die Unendlichkeit des Waldes, den hellen Sand, die Muscheln, die Sonne . . . er sang, er spürte in einer heißen Gehobenheit, wie dies alles zu ihm gehöre und er sich wieder darein zurückergieße wie an die weißen Glieder Kalekuas.

Kalekua aber irrte verwirrt umher. Glanz zog aus ihrem Auge. Sie sprach nicht, sie sah ihn lange an. Es war einsam um die Hütte. Selten tauchten Eingeborene auf. Das Klima wurde köstlicher und von Blüten durchzogen.

Einmal wagte Kalekua zu reden und bat, er solle das Unglück bedenken. Er verstand sie nicht. Sie meinte die Stadt und sagte es. Jean François hatte es vergessen, als er den Abend in die See stieß, denn es war an der Größe seines Gefühls hinabgeglitten und beiseite geblieben. Wenn er die Höhe der Seele empfand, was war es ihm, daß Matrosen Kokos plünderten! Und er lachte und sagte es ihr.

Doch sie setzte einen Fuß vor den anderen wie spielend und sagte: „Sie sind noch da, streifen und suchen die Königin.“

„Was willst du —.“

Da wies Kalekua auf ihre weißen Federn und bat zu ihr gehen zu dürfen, die versteckt sei, und zitterte vor ihm.

Schmerz wühlte sich kurz in seine Brust, wie er dachte, daß sie gehe, aber er sah in ihre Augen und ließ sie gehen.

Am vierten Tage ihrer Abwesenheit tauchte eine Flotte aus dem Horizont. Jean François lag auf dem Bauch über den Rand der Klippe gebeugt und erwartete sie. Sie schaukelte weich getragen heran. Plötzlich riß er den Kopf zurück und schüttelte ihn. Dann sprang er auf und lief ins Haus.

Es war kein Zweifel. Es waren seine eigenen Schiffe.