Er schrieb sofort einen Brief. Er schrieb, fette Walkähne hätten die Küste beschmutzt, an der er lebe. Man solle sie zerschießen, obwohl es verächtliches Handwerk sei. Er habe sich vom Schiff entfernt wie er gekommen sei. Er habe darauf vorbereitet, auch ohne zu wissen, warum. Darum unterlasse er es, Entschuldigung zu ersuchen, denn allein das Verständnis erkläre sein Tun: daß so sein Drang und seine Art sei.
Als die Schiffe Anker warfen in der Dämmerung, schwamm er hinüber und warf ihn ins Admiralschiff.
Die Nacht lag er schlaflos. Er bedachte Vergangenes, wo die alte Welt ihn wieder überspülte. Sein Hirn fand keine Brücke zu ihr. Sein Herz staunte über sie. Sein Leben schien nur nebensächliche Vorbereitung für den Zustand, in dem er nur die höchste Gleichgewichtslage seines Daseins empfand. Er hob eine Muschel und schlürfte sie voll Andacht. Er streichelte den Boden des Hauses und empfand Erschütterung. Er lächelte, hob die Hand, und unter dieser Bewegung schwang das Vergangene ins Uferlose zurück.
Morgens wechselte das Admiralschiff Signale nach dem Strand. Graf d’Aché stand auf der Brücke in großer Uniform, das Band des Ludwigskreuzes über der Brust. Er kommandierte:
„Mein Herr, Sie sind desertiert. Ich würde Sie in Eisen schlagen, träfe ich Sie. Ich werde den Strand absuchen lassen mit fünfzig Mann. Man wird Sie wie eine Dohle fangen. Ihr Wunsch um Hilfe sei aus Sachlichkeit gewährt. Ich werde morgen fahren. Nehmen Sie von einem Gentleman am Schluß die Versicherung bewundernder Freundschaft.“
Kurz danach kam Kalekua.
Am Mittag suchten fünfzig Mann mit Bajonetten die Küste ab. Jean François floh nicht. Er wußte, daß sie die Wege zu ihm nicht fanden, und sie fanden sie auch nicht. Anderen Morgens lösten sie eine metallene Kanone, begaben sich kreuzend unter Wind und trieben aus der Bucht nach Honoruru zu.
Kalekua hatte eine neue Weise zu gehen, sie berührte den Boden weniger wie früher, ihre Hände hatten einen eigenen Takt und ihre Augen sahen durch die Dinge hindurch, die sie umgaben. Die Feierlichkeit reizte Jean François, und er bat sie, ihn zur Königin zu führen, wenn sie wieder zu ihr ginge. Und sah sie fest an.
Sie erschrak und wurde braun im Gesicht und sagte stockend vor Freude und Angst: „Ich will.“
Sie speisten auf dem Tisch vor dem Haus. Sie brachte eine Karabasse mit Teig, gebratenes Schwein und süße Kartoffeln. Als sie die Holzschale mit Wasser reichte, sah er wieder, wie schön sie war.