Nach fünf Schritten holte ihre Stimme ihn ein; sie schüttelte sich, stand auf und kam. Er senkte den Kopf ein wenig. Sie aber nahm seine Hand wie immer. Sie gingen zusammen, wie sie kamen, den Paß hinunter. Sie stießen durch die Dämpfe der aufgespitzten Vulkane. Sie schliefen die Nacht in der Platane. Mittags erreichten sie das Meer.

In der ersten Nacht glaubte er, daß Kalekua ihn töten werde. Doch sie zeigte Andacht und Liebe. Er grübelte, warum sie sich mit Freundlichkeit verstelle. Dann stellte er sie zur Rede. Er sagte ihr, daß sie unehrlich sei und Masken über ihr Empfinden ziehe. Sie weinte darauf und erbleichte in Schmerz. Da stieß er roh in den Mittelpunkt des Gefühls:

„Hast du nicht Schmach über mich? Ich ließ dich beiseite und nahm andere Glieder an die Brust.“

Da lächelte sie ihn an, verständnislos, und sah unsicher nach der See, über der die Brandung aufschwang. Am Abend begann sie langsam zu weinen, und als er ihr die Haare grade legte, fragte sie, ob sie bleiben dürfe. Da ließ Jean François sein Mißtrauen vor solcher Liebe, deren Quellen er nicht begriff, und überströmte sie mit Zärtlichkeit.

Als sie später aufbrach zur Königin, blieb er allein auf seinem Felsen sitzen. Die ganzen langen Stunden sann er ihr Bild in die Luft, daß er am Abend des dritten Tages, halb verstört von Liebe und heißer Luft, in die Hütte taumelte, um die Kalekua in unzähligen Formen und Haltungen schwankte. Jede Linie schob sich zusammen mit anderen und wurde ihr Bein, ihr Arm, ihre Brust, ihr Winken. Seine Augen wurden rot. Im Fieber schlief er ein. So wartete er auf sie.

Sie kam des Nachts und trat nicht ein. Als er unruhig erwachte und Kühlung begehrend hinaustrat, sah er sie leblos vor der Tür. Das Sternlicht überschwankte sie, und sie fror. Er trug sie auf Armen hinein. Das Herz ging. Aber es schlug nicht nach dem seinen hin, es lief durch den Takt des seinen ohne Sinn und Ziel.

Er blies ihr seinen Atem in den Mund. Sie stöhnte. Er stieg auf das Bett und legte sich auf sie, daß sie erwärme. Ihr Blick traf ihn. Er war ausdruckslos. Ihre Federn hatte sie aus den Haaren genommen.

„Kalekua.“

Die Pupille bog sich nach oben.

Sie bekam einen kleinen Ausdruck auf der Oberfläche. Es war Angst.