Doch ihr Auge blieb dunkel. Ihre Seele verehrte ihn scheu und entfernt. Doch je tiefer sie in ihre Angst tauchte, um so wilder umfaßte sein Begehr ihr Entweichen.

Als sie wieder einmal fortblieb, dachte er ihr Bild nicht mehr in den Raum. Es genügte nicht mehr. Seine Hände zeichneten ihren Riß an die Wand. Seine Fäuste schlugen den Kopf in Ton, in zwei Tagen, bis sie toten Blicks zurückkam aus dem Wald.

Damit er sich verkleinere, ihre Leidenschaft aber aufwärts hebe, tat er das übermäßige von sich, führte sie in das Haus und sagte:

„Ich bin nicht Rono. Fühl den Muskel, der dich manche Nacht hielt. Greif in den Rücken. Ich bin nichts als Mann. Jeder könnte mich erschlagen. Deine Liebe ist mehr wertend als meine. So gering bin ich, daß, niemand mich begehrt, es sei denn eine wilde Sau zum Fraß.“

Doch sie wies auf die Stelle, wo die fremden Schiffe die Walfischfänger der Südmeere geschlagen hatten, erinnerte ihn daran und lächelte und glaubte ihm nicht.

Da griff er die Dumpfheit ihrer Seele von der anderen Seite an, die sich zwischen ihre Liebe schob, packte das Bild der Königin, demütigte den Triumph und das Genossene in sich und sagte:

„Was ist sie? Es ist geringes nur. Ich hatte sie in der Hand wie ein Ei. Sie gab wenig zurück. Ihr Körper ist gut, wenn deine Haut auch heller ist. Aber ihr Sinn ist der einer Schnecke.“

Allein ihre Seele, die an das Nahe und Einfache angelehnt stand und nicht vordrang in das Entfernte und Aufbauende seiner Sätze, hielt fest an der Königin. Sein Hebel zerbrach an dem einen Wort.

Denn der Gedanke an sie und das Mächtige, was sie umgab, lag zäher und fester in ihrem Blut und vererbter den Rinnen ihres Gehirns, als das Erdonnernde seines Namens für ihr irdisches Gefühl und selbst als die in seinem Körper verankerte Liebe des Mannes, die nur durch Umarmung und Umarmung, in Pausen gespalten, sich erlebt.

Sie stellte sich hoch und sah ihn scharf an. In dem Blick war wenig von Liebe, aber dumpfe Erwartung, die ihm die Gurgel zerschnürte, denn er wußte kein Mittel mehr, wie er die Angst vor der Königin Rache von ihr nähme.