„Ma . . . Ma —“
Aber auch dies war taub.
Da raste und schrie er gegen Gott. Und dann beschwor er die Erde um ihn, daß sie ihn hielte. Aber so tief war er als in das Höchste an Kalekua verstrickt, daß, während er schrie, die Dinge, die er anflehte, sacht aus ihm entwichen. Ruhiger werdend sah er nicht mehr Stern, kein Haus, kein Meer. Seine Augen lauschten nach innen. Unendliche Stille umflutete sein Gefühl.
Er warf sich mit dem Bauch auf den Boden und blieb wie ein Holz. Erst als die Stimme des Abgrunds heischender heraufscholl, erhob er sich und folgte ihr.
[Die Herzogin]
Als der Dichter Villon in Armut und tiefstem Leben der Stadt Paris stand, sah er die Herzogin von Ventadron. Sie kam ihren Garten heruntergeschritten, und ihre Gestalt ergriff ihn so, daß er die Dirne, die ihn begleitete, von sich wies. Er schritt die Reihen des vergoldeten Stakets weiter, und sie kamen aufeinander zu. Sie aber bog ab, ehe er sie erreichte, doch ihm gelang es, beim Wenden ihr Gesicht zu sehen. Der Schein ihres Gesichts fiel über sein Leben, um es nie zu verlassen.
Sein Herz verneigte sich tief vor ihr.
Sanftheit umgab seine kommenden Tage und umwölkte die Ausschweifungen und Tavernennächte. Eines Abends sammelte er Mondlicht und Sehnsucht mit seiner Seele und formte es zu einem Gedicht, das er der Herzogin sandte. Er legte einen Brief hierbei und bat, daß sie den Kopf wende, wenn sie bei der Auffahrt zum Schloß die vierte Baumreihe erreichte, denn dies zeige, daß der Vers ihr gefiele.
Sie neigte drei Tage darauf das Gesicht aus einem großen Fächer nach der vierten Baumreihe. Da sah er es noch einmal.
Sein Herz versank in Demut, alles für sie zu erleiden und Höchstes über sie zu sammeln.