Er war nackt, sie hingen ihn ans Kreuz, und der Schmerz erpreßte ihm Geschrei von den Lippen. Ihm zu seiten hingen die Verbrecher, stöhnend, Fratzen um die Nabel gemalt. Rechts gähnte eine Hölle. Links aber standen Knaben mit roten Binden um die Stirn und hinter ihnen eine Kette Engel mit den Instrumenten, alle herübergebeugt.
So groß waren Villons Trotz und Übermut, daß er das Haupt nach der Hölle wandte und das Unerhörte begann, mit aufschwellender wilder Stimme nach der Hölle zu reden.
In dem blassen Schweigen des Raumes löste sich da der Vorhang einer Loge neben der königlichen, Villons Blick traf den Scheitel einer Frau.
Der Vorhang fiel zurück.
Unsägliches füllte seine Lippen, als er das Gesicht erhob. Es war ihr Kopf.
So sah er ihn noch einmal.
Er begriff die Wonne nicht. Er verstummte.
Aber sein Kopf fiel herum demütig und sein Blick umklammerte die Kulisse des Paradieses. Maiwuchs und Orangenbaum sanken ihm in die Augen. Zwischen Rosen und Majoran erhob sich in Granaten eine Fontäne.
Sein Herz neigte sich.
Der Vorhang schaukelte, aber er zog nicht mehr auf.