Ein schwarzgefleckter Jagdhund biß sich in sein Genick.
Hochspringend, als andere Hundeleiber sich über ihn wälzten, scheuchte er das Vieh zurück und stand blutend vor Loba.
Sie ritt den kastilischen Hengst wie zum ersten Male und zog die Augen zu einem schmalen Spalt. Er verneigte sich und verbiß die Schreie. Sie lächelte ein wenig und sagte:
„Eilen Sie zurück!“
Heulend vor Schmerz, schweißend, erreichte er das Schloß. In den Fiebertagen näherte die Gräfin sich oft seinem Lager, entfernte die Binden und goß zyprisches Öl in die Wunden. Er, der nach Dienerinnen hieb, die laut die Diele überschritten, hielt den höllischen Schmerz aus mit ruhigem Gesicht und strich einmal über ihren Arm, die Seele geduckt in Erwartung, daß sie ihn ins Gesicht schlüge. Doch sie sah ihn nur an.
Wie es ihm besser erging, faßte ihn ein törichtes Glücksgefühl, für das es keine Rechenschaft, keine Begründung gab. Jedem Menschen erwies er Freude. Er sprach mit den Kühen. Er tanzte allein im Walde und rief: „Barral, hättest du Fleisch noch auf den Knochen, wie lachtest du über Villon — — —“
Dann wagte er in mondloser Nacht zur Gräfin hinaufzuschleichen. Auf der Treppe verließ ihn die Kraft, er wurde feig und kehrte um.
Das andermal wusch er sich gründlich und badete lang, damit ihn nicht plötzlich Furcht überfalle, es möge Erde irgendwo an ihm sein, denn die Angst seiner Herkunft saß in seinem Blut. Sodann stieg er hinauf. Sein Herz drängte selig nach ihr. Er hatte Mut.
Beim Betreten des Gangs blieb er stehen. Etwas huschte an ihm vorbei und hielt lauschend an. Es war eine der afrikanischen Mägde, deren Haut goldbraun glänzte. Er sah es, wie sie sich durch den Lichtschein einer Tür bewegte. Er sah ihre weiche Hüfte und pfiff leicht. Sie wandte den Kopf, und ganz gefüllt mit ihrem Bild folgte er ihr.
Lange trat er nicht vor Lobas Augen, von Reue angenagt. Sie sandte ihm aber einen arrasischen Teppich, daß er einen Spruch dafür zeichne. Er machte eine große Tirade und schöpfte aus ihr neuen Mut. Sein Spiegel wies ihm ein scharfes Gesicht schöner Männlichkeit. Er legte eine Schminke darauf aus Quecksilber, Bohnen und Pferdemilch, damit die Schläfen einen weicheren Ton erhielten.