Darauf wagte er es.
Ihr Zimmer war unverschlossen. Nähertretend sah er sie liegen, es kam viel Licht vom Himmel, darum sah er sie genau. Er beugte sich nieder und küßte sie auf den Mund.
Schlaftrunken nahm sie die Hand von der Brust und hob sie zu ihm, und denkend, es sei ihr Mann, erhob sie sich und stand auf. Da sah sie Villon vor sich. Sie tat nichts zuerst. Sie sah ihn an.
Diesen Blick trug er wie ein Mal tief im Haß seiner Seele weiter. Er knallte ihn zu Boden.
Dann seinen schiefen Blick sehend, begann sie zu schreien. Türen schlugen. An Mägden vorbei, die mit Kerzen kamen, verließ Villon eilend das erregte und helle Schloß.
Er fühlte überall Schmutz an seinem gebadeten Leib.
Zweimal murmelte er: „Bande . . . Bande . . . — — warum, Villon, gabst du dich, Sohn einer Dirne, den Feinen hin — — — —?“
Die Nacht war schön. Wind blätterte sanft durch den Baumstand.
Durch den Wald irrend hob er die Hände zwischen den Stämmen und rief:
„O Joi-Novel, wo bist du nun?“