Sie waren erstaunt so sehr, daß sie Mitleid mit ihm empfanden.
Der Abt sprach ihn ohne Buße frei.
Villon grübelte tagelang, dann ging er in die Zelle des Abts: „Ich stahl den Amarellenbaum nachts im Nachbarkonvent,“ sagte er und wies hinüber nach den weißen Mauern.
Der Abt befahl ruhig, den Baum hinüberzutragen.
Da brüllte Villon: „Strafe mich!“ und trommelte die Fäuste auf die Brust. Der Abt verneinte lächelnd.
„Warum?“
„Du hast den guten Willen,“ sagte der alte Mann kühl.
Villon aber stand noch eine Weile, ehe er die Zelle verließ, die Augenbrauen gegen die Schläfen hinaufgezogen, und starrte vor sich hin.
Als er am Mittag, den zagen Baum in der rechten Hand vor sich haltend, zum Frauenkloster ging, sah er durch die geöffnete Tür die Priorin den Hof durchqueren.
Da brach sein Herz, daß er aufschrie und Seligkeit ihn so erhob, daß er begann, das Haar aus seinen Schläfen zu reißen und schrie.