Sie ritten über einen Bach, da bildeten sich Umrisse aus dem Dunkel heraus, ein Flimmern traf ihr Auge von eingelegten Muscheln und Metallen. Wagen stieß an Wagen, die ganze Nacht stand voll zusammengefahrener Wagen. Tatarische Wachen, die die Karrenburg umkreisten, brachen jeden Augenblick vorüber. Sie ritten näher an den Platz und trabten hinein.
Drinnen hingen Papierlaternen an vielen Schnüren, in bronzenen Krügen standen Flammen, die steil brannten und Duft ausstreuten.
In grellen Farben mit Skorpionen gezeichneter Seide standen, in fünf Kreise geteilt, auf dem Rasen die fünf Frauenlager des Königs, in der Mitte jedes Trupps eine Königin. An einen Ast gelehnt stand Axalla träumerisch mit halb geschlossenen Augen und wachte, daß kein Mann Timurs beste Beute packte.
Timur ließ sich die Lieblingsfrau zeigen.
Er schleifte ein Bein nach, die Hüften wiegend in torklem Reitergang, schritt er dicht vor sie, „du heißt?“ fauchte er.
„Miser Ulek,“ sagte sie und fiel nicht nieder.
Er ließ seinen Kopf bis auf die Berührung der Haut vor den ihrigen schweben. Sein Geruch strömte über sie. Ihre Augenlider bebten ein wenig, aber die grauen Augen hielten sich steif und furchtlos in den seinen.
„Du hast den König getrieben zu dem Zug gegen mich.“
Sie fletschte die Zähne.
Laut stieß ihr Timur ins Gesicht „warum . . .“, aber, nicht zitternd vor dem Rollen, gab sie zurück: „Er sollte herrschen über dich“.