Nur Linien des Geistes.

Kann dies fallen? Niemals schwankte in irgendeiner Historie Begeisterung mit so starkem Ziel. Was sollen die Menschen? Rührt nicht an die Tragik, ihr Schicksal. Das ist kommender Zeit dunkel angehörig. Jugend, so vielspältig in Aufbau, Gebärde, Gehalt . . . kann anderes sie halten als eine Idee.

Würde dies falsch sein, was ich sage, versagten sie alle. Es bliebe stehen, steiler als je. Dies ist die Grundlage des Jahrhunderts. Ob erreichbar, ob nicht, es bleibt gepflanzt. Es bleibt geglaubt. Das nimmt nichts. Auch nicht mörderischste Zeit.

Selbst wenn alle Begabungen, schlecht gewertet im künstlerischen Maßstab, taub aus der Geschichte fielen, diese erstrebten Werke im Schatten später größer aufsteigenden Lichtes faulten. Dichter das in Zukunft träge und feig im Erwerb desavouierten, was heute ihr Lob ist, ja ich selbst, der dies heute kündet, es unaufhaltsam in späteren Jahren irr und grausam schmähte . . . was machte dies all?

Ohnmächtige Auflehnung gegen den Geist, der treibt und schafft.

Setze ich anderes hier fort als die Tradition meines Volkes, das die tiefen Ideen, die es einmal erkannte, in den besten Erscheinungen bis zum Tode festhielt, im Glauben oft unerbittlicher als in der Handlung, für welche die andere Seite des Volkes oft einstand, die weniger zum Geist gehörte? Setze ich anderes fort als die Geschichte der Jugend Deutschlands, Geschichte erlauchter Männer und Jünglinge, den immer wiederkehrenden tragischen Intervall unserer Geschichte? Denn hätten wir wie jene den Glauben nicht, wie sollten wir heute bestehen?

Vielleicht aber sehen wir, nach der Pause des Jahrhunderts den Geist vielstimmig, doch eindeutig aus uns rufen hörend, ja Denkmale neuen Weltbilds um uns da und da schon aufgerichtet erblickend, vielleicht sehen wir Erfolg zu sicher und nah.

Vielleicht überschätzen wir, wie Sie kühleren und nordischeren Geistes bestimmter abschätzen, Leistung bereits mit der Idee, die führt.

Vielleicht, ach, ist auch uns das Schicksal unserer brüderlichen Jugend, die vor uns stritt, wahnsinnig ward und verreckte, vielleicht ist uns auch das Schicksal aller bester deutscher Jugend bestimmt, statt der Erfüllung . . . auch nur Leidensstation zu sein deutschen Geistes und der Welt.

Daß uns nichts bleibt, die glaubten, aus so viel edlem hingegangenen Blut die endgültige Fahne zu heben, statt Ernten und Beginnen nichts als Vorbereiten im Leid.