»Phantasiere doch nicht immer!« unterbrach ihn sein Bruder in wegwerfendem Tone. Richard Zarnosky log nicht mehr als andere Kaufleute, und seine Phantasie hielt sich in bürgerlichen Grenzen.

»Du solltest – du solltest nicht so zu mir sprechen – in – in einer Lage wie der deinigen, mein lieber Richard.«

»In was für einer Lage bin ich denn, mein lieber John?«

»In keiner angenehmen, sollte ich meinen. Es gehen Gerüchte in der Stadt, daß« – –

»Daß?«

»Daß es mit dir schief stände, mein lieber Richard.«

»Wer sagt das?« fragte Herr Zarnosky amüsiert.

Onkel John entblödete sich nicht, eine Reihe von Namen zu nennen, wobei er ab und zu die Augen schloß, als ob ihm angst und bange würde. »O Gott!« rief er plötzlich. »Richard, Richard, bring nur nicht Schande über deine angesehene Familie, über mich und meine unschuldige Tochter, über unsern armen Bruder Chlodwig!«

»Erster Akt, erste Szene,« sagte Eugen lachend.

Herr Zarnosky tippte mit einer nicht mißzuverstehenden Gebärde an seine Stirn, indem er den Bruder bedeutungsvoll anblickte. Aber Onkel John übersah die Beleidigung, weil er noch lange nicht fertig war. Sich seinem ältesten Neffen zuwendend sagte er: »Mein lieber Eugen, du solltest dich schämen, deinen alten Onkel zu hänseln. Aber ich weiß ja, du ehrst auch nicht Vater und Mutter. Du schämst dich, in ihrem Interesse zu handeln. Du schämst dich, Schritte zu tun, die ihre mißliche Lage verbessern könnten.«