»Nu wird's Tag,« brummte Eugen belustigt.

Herr Zarnosky öffnete die Tür und sagte gelassen: »Mein lieber John, hier hat der Zimmermann das Loch gelassen.«

Der Märchenerzähler fauchte wie ein schwergereizter Kater, seine grellen Augen rollten hin und her. »Richard,« brachte er angestrengt heraus, »ich kündige dir hiermit ein für allemal meinen Speicher.«

»Schön,« erwiderte Herr Zarnosky, »mir ist dein ew'ges Künd'gen auch über. Es gibt mehr Speicher in unserer Gegend.«

»Geh nur hin!« krähte Onkel John. »Es dürfte dir keiner so passen wie meiner.«

»Und wenn auch! Schlimmstenfalls behelfen wir uns eine Weile mit einem. Wir räumen zum ersten Juli, du kannst dich darauf verlassen.«

Das kam dem Märchenerzähler weder erwartet noch erwünscht. Wer weiß, ob ihm ein andrer die hohe Speichermiete zahlen würde, die ihm sein Bruder zahlte, ganz abgesehen von allerhand Vorteilen, die er daraus zu ziehen verstand, daß sein Speicher dem Bruder so sehr gut paßte. (Onkel John zog es schon lange vor, den Speicher zu vermieten, anstatt ihn selbst zu benutzen, weil er zuviel mit Prozessen zu tun hatte. An denen gewöhnlich seine Märchen schuld waren.) »Richard,« flüsterte er, das Gesicht in schelmische Falten ziehend und aufs versöhnlichste loskichernd, »du kannst nicht Scherz von Ernst unterscheiden. Das war doch bloß Spaß mit der Kündigung. Benutzt ihn in Gottes Namen weiter. Mir genügt der Schuppen.«

»Bis zum ersten Juli und nicht länger,« versetzte Herr Zarnosky schroff.

»Es ist nicht recht, daß du dem Bruder den Verdienst nehmen willst, um ihn vor einen Fremden zu werfen,« predigte Onkel John in salbungsvollem Tone; aber seine Augen funkelten böse. »Unser Bruder Chlodwig wird es auch nicht wollen,« setzte er theatralisch hinzu.

»Dein ew'ges Künd'gen paßt uns schon längst nicht mehr!« schrie Herr Zarnosky, die Geduld verlierend. »Und es paßt uns auch nicht, daß du deine fünfzig Puten tagtäglich von unserem Getreide mästest!«