»Schmeckt gut?« fragte sie.
»Ja,« sagte er.
»Vielbeliebt und anjenehm zu heren.«
Drittes Kapitel
Auf dem Zarnoskyschen Hof stand ein uralter Birnbaum. Sein Stamm war so stark wie vier feiste Mönche zusammen, und seine mächtige Krone bildete eine Art chinesisches Dach über einem großen Teil des Hofes. Um den Stamm lief ein Tisch und um den Tisch eine Bank; beide wurden viel zum Sitzen benutzt, der Tisch noch mehr als die Bank.
Wieder ging ein Frühlingstag zu Ende. John saß unter dem Birnbaum auf dem Tisch, die Füße auf der Bank, und starrte nachdenklich und versunken in die Abendsonne. Sie schwebte über einem sehr alten rosa Häuschen, das mit dem Giebel an den Hof stieß. Dieser Giebel hatte nur ein einziges Fenster und sonst nichts als seine rosa Farbe. John war froh. Er hatte beschlossen, noch ein drittes Mal in die Heilanstalt für Trinker zu gehen, und dieses dritte und letzte Mal sollte ihn für immer kurieren; denn: er wollte hinterher nie mehr einen Tropfen Alkohol über seine Lippen bringen, das hatte er sich mit den heiligsten Eiden zugeschworen. Und darum hoffte er nun, eines Tages wieder gesund, stark und schön zu sein, er hoffte, einst wieder zu den glücklichsten Menschenkindern der Welt zu gehören. (Mit siebenundzwanzig Jahren hofft man noch leicht, hält man das Wunderbarste für möglich.) Bald nach Ostern wollte er seinen Entschluß kundtun und zur Ausführung bringen. Peter sollte ihn in die Anstalt begleiten.
Der Ziegenbock sprang vor seinem Herrn herum und tanzte auf den Hinterbeinen. Plötzlich öffnete er seine kleine schwarze Schnauze, zeigte eine dicke rosa Zunge und schrie aufgeregt: »Mämämämä« ...
»Ich bin deine Mama,« sagte John zärtlich, »deine Mama und auch dein Papa.«
Das Giebelfenster des rosa Häuschens sprang klirrend auf, und ein brauner Christuskopf lugte heraus. »John,« rief er, »soll ich auf den Hof kommen?«
»Ja, komm!« sagte der Trinker.