Johns Gesicht war plötzlich noch fahler geworden. »Hörst du das auch?« flüsterte er, in halb entsetztem, halb seligem Lauschen.
»Ich höre nichts,« sagte der Onkel; aber seine Miene widersprach seinen Worten, und seine verlogenen Augen suchten den Boden.
»Da wieder!« schrie John.
»Da wieder! Von dort! Jetzt noch lauter!«
»Laut, lauter, am lautesten!« rief der Onkel, schallend in die Hände klatschend. »Was ist dir, mein Sohn?« fragte er neckisch. »Hast du Halluzinationen? Bist du meschugge geworden? Aber setz dich doch bloß. Ich lasse Wein bringen. Warte!«
Aber John riß sich los und stürzte fort. Er eilte, so rasch er konnte, nach dem Hintergarten. Der Onkel folgte ihm mit steinerner Miene. Mochte kommen, was wollte, er war zu jeder Lüge bereit.
Mit einer Kraft, die ihm niemand mehr zugetraut hätte, riß John die verhakte Tür nach dem Hintergarten auf. Seine Augen fuhren wie Blitze durch den ganzen Garten und blieben rechts an einem Häuschen hängen. Das Häuschen hatte er noch nie gesehen.
»Hab mir da einen Stall bauen lassen. Für meine Ziegen,« sagte nachlässig der Onkel.
»Seit wann hast du Ziegen?« stammelte John, bis zum Wahnsinn enttäuscht.
»Seit Monaten schon.«