John stieß die Hände des Onkels zurück, als dieser ihm ein Glas Wein hinhielt. Aber als er ihm das Lampion brachte, dessen Verschwinden dem alten Fuchs nicht entgangen war, da lächelte er wie ein Kind und nahm es hastig an sich. Der Onkel schickte ihn in seinem Wagen nach Hause, und der Gärtner ging mit Peter hinterher.

Frau Kalnis mußte das Lampion an die verräucherte Decke hängen, und abends, als John im Bett lag, mußte sie es erleuchten. Der Trinker war im siebenten Himmel mit seinem Peter, seinem eigenartigen Beleuchtungskörper und den geschenkten zehn Mark, für die er »herrlichen« Kognak kaufen wollte. Beneiden tat er jetzt niemand, weder die Gäste im Garten des Onkels, noch sonst wen. Er hielt die weiche Nase seines Peters, der auf dem Bettvorleger lag, in der Hand, und die Augen hielt er entzückt auf die glühende Papiertonne gerichtet: auf die Kraniche, die nach dem Mond schwebten, während er auf das lauschte, was Dore ihm vorlas. Sie las ein Märchen von Andersen: Die Schneekönigin.

Das Märchen schließt mit den Worten:

Rosen, die blühen und verwehen,
wir werden das Christkind sehen.

Siebentes Kapitel

John hatte seinen herrlichen Kognak bis auf den letzten Tropfen genossen, und nun wollte er alles tun, um wieder gesund zu werden. Daß Peter wieder bei ihm war, flößte ihm neuen Lebensmut ein. Mit ihm zusammen sollte es nun auch wirklich in die Heilanstalt gehen.

Die Mutter begann zu weinen, als er ihr eines Morgens, stotternd und stammelnd, von seiner Absicht sprach. »Siehst du, siehst du,« sagte sie, »jetzt kommst du endlich zur Vernunft. Wie du dich gründlich ruiniert hast.«

»Meinst du, ich kann nicht mehr gesund werden?« fragte John mit schwankender Stimme.

»Was wirst du nicht wieder gesund werden können?!« versetzte sie etwas gewaltsam. »Wir müssen mit dem Doktor reden. Ich werde mit dem Doktor reden, was der zu deinem Plan meint.«

»Was warst du für ein gesundes Kind!« fuhr sie in vorwurfsvollem Tone fort. »Wie haben sie mich um dich beneidet! Du wogst neun Pfund, als du geboren warst.«