»Da tust du recht,« lobte Onkel Chlodwig und zog seinen Schnurrbart zur Säuberung durch die Lippen, um dann erst das Taschentuch zu benutzen.

Es regnete nicht mehr, und die Sonne schimmerte schon gelb durchs Gewölk. John ging auf den Hof, um nach Peter zu sehen. Der Ziegenbock kniete wie ein Götzenbild am Rande des Torwegs, als habe er den Eingang zu bewachen. Seine Miene war die eines alten Philosophen, der über rätselhafte Dinge nachdenkt. Als er John erblickte, erhob er sich gelassen und kam mit Würde auf ihn zu. Mit derselben Würde nahm er die drei violetten Orden aus seines Herrn Knopfloch zu sich.

»Schmeckt's?« fragte dieser.

Peter nickte fortwährend gemessen mit dem Kopf, was er immer tat, wenn er etwas zu sich nahm. Seine Kiefer bewegten sich dabei wie Mahlhölzer gegeneinander. »Er setzt das Mühlchen in Bewegung,« sagten Paul und Leo, wenn Peter zu fressen begann. – –

Gegen Abend ging Frau Kalnis, ausnahmsweise, zu einer Verwandten, die Geburtstag hatte. John begann Andersens Märchen zu lesen, weil er nicht beständig an die halbe Flasche Kognak denken wollte; aber er konnte sie durchaus nicht vergessen. Seine Augen versagten auch bald den Dienst, und die immer größer werdende Unruhe in seinem ganzen Körper machte ihm das Sitzen unerträglich. Er stand auf und nahm Baldriantropfen.

Um sieben brachte Amalie das Abendbrot. Sie sah sehr ärgerlich aus, denn man hatte sie den ganzen Tag mit ihrer Heirat aufgezogen. Mit dieser Heirat, von der sie doch nichts wußte.

»Warum machen Sie ein so böses Gesicht?« fragte John sofort.

»Ach,« brummte sie, »der Onkel Chlodwig läßt mich heite gar nich zufrieden.«

»Heiraten Sie ihn doch, Amalie.«

»Ach, heren Se schon auf mit das Ganze!«