Der Trinker ging schweigend hinaus und warf schmetternd die Tür zu. Und die Brüder lachten und ließen ihn ruhig gehen. In ihren Köpfen war die Finsternis der Unbildung und der Gedankenlosigkeit.
John begab sich stracks in den nächsten Gewürzladen und ließ sich einen Kognak geben. Und noch einen, und immer wieder noch einen. Nach einer Weile wurde der Verkäufer in die Bierstube gerufen und ließ ihn im Laden allein. John stand vor der Tombank und lächelte dumm. Seine Stimmung begann sich zu heben. Er fühlte sich wohl in dieser Atmosphäre voll von Käse- und Biergeruch, in dieser sauren Luft, die so wertlos war wie er selbst. Hier wäre er gern für immer geblieben.
Der Laden war nicht groß. Ein gemütlicher, alter Laden mit ausgetretenen Dielen und kleinem Schaufenster. Unter der niedrigen, rauchgeschwärzten Decke brauste ein Heer von Fliegen. Fette Brummer segelten gemächlich über die drei Käseglocken des düsteren Repositoriums. Auf der klebrigen Tombank stand in einsamer Schönheit eine Flasche Rum.
John studierte aus der Ferne die Etikette: Jamaika-Rum. Er trat einen Schritt näher: Jamaika-Rum. Noch näher: Jamaika-Rum. Dann verwirrten sich seine Gedanken; er glaubte, wieder, wie am Vormittag, zu Hause vor dem Büffet zu stehen, und nahm die Flasche in die Hand.
Läuteten nicht die Glocken? Ihm war so. Er stellte die Flasche wieder hin.
Das Summen der Fliegen klang ihm jetzt wie fernes Meeresbrausen, und der Fußboden schien sich langsam hinter ihm in die Höhe zu heben. John klammerte sich an die Tombank. Nun schien sich auch die Flasche in Bewegung zu setzen, schien langsam davongleiten zu wollen. Da packte er das lockende, glitzernde Ding voller Angst mit beiden Händen und stolperte damit nach der Tür.
»Möchten Sie wohl die Flasche zurückgeben?!« erscholl eine grobe Stimme aus dem Gang zur Bierstube, und ein großer, stiernackiger Handwerker, ein geschworener Feind der Familie Zarnosky, der John heimlich beobachtet hatte, sprang vor und zischte: »Schämen Sie sich nicht?! Ich werd' Sie anzeigen!«
John ließ die Flasche fallen und sank vor Schreck halb in die Knie. Und der wütende Tischler riß ihn in die Höhe und hielt ihn fest. »Wer holt den Schutzmann?« brüllte er.
»Machen Sie keinen Unsinn!« flüsterte der herbeieilende junge Mann. »Er hätte sie schon bezahlt. Oder wir hätten die Rechnung geschickt. Ein guter Kunde ...«
»Ein Dieb!« schmetterte der Sargtischler. »Schutzmann! Schutzmann!«