Seine Angehörigen sollten sich damit abfinden – sie durften ja leben, während er – –
Ja, was tat ihm noch Schande? Ihm? Er kicherte mit zuckendem Munde. Und auf einmal warf er sich vornüber und krallte die Hände in die warme Erde.
Er wollte alle Schande der Welt tragen – wenn er nur leben durfte! Er liebte das Leben trotz allem und allem, trotz seiner Schmerzen, trotz seiner qualvollen Nächte. Er wollte alle Schande der Welt tragen – nur nicht sterben!
Die Frösche quakten, und die Vögel flöteten, und ein Wagen kam gefahren. John richtete sich langsam auf; er wollte nach Hause. Es war nicht notwendig, daß er dem Schicksal vorgriff: das Ende des Trauerspiels kam schon von selbst. Und alles Auflehnen war vergebens.
Der sich nähernde Wagen, ein gewöhnlicher Einspänner, hielt an, als John dem Kutscher ein herrisches »Halt!« zurief. »Helfen Sie mir herauf,« befahl er ihm. »Ich will in die Stadt.«
»Ach, Sie sind es, Herr Zarnosky,« sagte der Kutscher.
»Hab' jefischt,« bemerkte John sehr hochmütig.
»Und wo haben Sie Ihre Angel?«
»Fortgeworfen. Kann mir eine neue kaufen.«
Kurz vor der Stadt, da, wo es in das dunkle Glaciswäldchen hineinging, sah man jetzt hurtig Liebespaare verschwinden. Der Kutscher schnalzte mit der Zunge und machte seine Bemerkungen. John saß ganz still da und wunderte sich. Er wunderte sich, daß es noch immer Liebespaare gab, daß die Welt noch immer so war wie damals, als er mit seiner ersten und einzigen Flamme, einer jungen Putzmacherin, dort spazieren ging – vor hundert Jahren. So lange schien ihm das wenigstens her. Wie ein Greis sah er den Paaren nach und drehte verwundert die Daumen umeinander.