Wie einem Todkranken wohl zumute war?

Paul schielte eine Weile nach dem gelben Gesicht in der Tannenlaube und blickte dann rasch nach der strahlenden Sonne. Jetzt glaubte er zu wissen, wie einem Todkranken zumute war; aber aussprechen hätte er es nicht können. Und er konnte auch seine gedrückte Stimmung nicht loswerden, obgleich er so tat, als sei er vergnügt, indem er auf dem Schwebebaum hin und her sprang, bald mit den Armen, bald mit der Mütze schlenkernd.

»Seht bloß Paul an!« murmelte John, der sich schlechter und schlechter fühlte, mit zuckenden Lippen.

»Der Junge ist vergnügt,« schmunzelte der Vater.

»Er ist gräßlich,« dachte John, die Zähne zusammenbeißend.

Die Mutter ahnte, was in John vorging. »Paul!« rief sie mit scharfer Stimme, »benimm dich vernünftig! – Denkt der Bengel denn gar nicht an seinen Bruder?!«

John zuckte zusammen. »Warum soll er an mich denken?« fragte er rauh.

Frau Zarnosky machte ein wehleidiges Gesicht. »Laß nur gut sein,« sagte sie tröstend, »es kommt auf den, auch auf jenen; es kommt auf jeden einmal. Du kannst auch noch gesund werden.«

John hätte am liebsten losgeheult. »Ich möchte hier gern ein bißchen allein sitzen,« stieß er hastig hervor, als er seiner Stimme die nötige Festigkeit zutraute.

»Wird das gehen?« fragte die Mutter besorgt. »Soll Frau Kalnis nicht wenigstens bei dir bleiben?«