»Ich will sie nicht sehen!« brach er los. »Ich bin kein kleines Kind! Ich kann allein sitzen! Ihr ärgert mich bloß!«
»Wir ärgern dich?«
»Ja!!!«
»Man darf es ihm nicht übel nehmen,« sagte die Mutter, »er ist so furchtbar nervös.«
John winkte nur stumm mit der Hand, sie möchten verschwinden, und diese Geste hatte etwas so Verzweifeltes und so Zwingendes, daß sich die Eltern denn auch ziemlich rasch mit Paul und Frau Kalnis auf den Weg machten. Aber Dore wurde nach wenigen Schritten auf einem versteckten Platz zurückgelassen, damit sie auf John, ungesehen, achtgäbe.
Paul sprang seinen Eltern, aufatmend, voraus. Er meinte, es müsse heller werden, sobald er John und den Garten hinter sich hatte. Anfangs schien's ihm auch so; aber dann mußte er immer wieder an ihn denken und sich vorstellen, wie er so allein in der Tannenlaube saß. Dazu bewölkte sich der Himmel, und ein kaum wahrnehmbarer Wind zog mit geisterhaftem Seufzen durch die Tannenkronen. Ein Waldvogel stieß eine Reihe schmerzlicher Töne aus und wiederholte sie dann immer aufs neue.
»Ich könnte weinen,« sagte die Mutter, als eine Krähe krächzend über den Wald flog. Der Vater schwieg mit gleichmütiger Miene.
»Wir wollen lieber umkehren und nach Hause fahren,« stieß Paul leise hervor, doch die Eltern gaben keine Antwort und gingen wie im Traume weiter.
Der Junge blieb hinter ihnen zurück und sah sich mit großen Augen um.
Wie die Bäume standen und starrten! Wie sein Herz klopfte! Wie die Stille im Walde sauste! Oder war es das Blut in seinem Kopf? Er steckte die Finger in die Ohren; aber da wurde das unheimliche Sausen noch stärker. Er reckte sich mit einem zitternden Seufzer und spuckte beklommen auf den Weg.