»Wenn ein Ast sich vom Stamm lösen will,« ging es plötzlich durch seinen Kopf, »dann merkt es der ganze Baum.«

Und der Wald stand da wie erstarrt, wie versteint, und alle Bäume schienen feindlich und erwartungsvoll auf ihn zu blicken. Paul stieß einen langen, hellen Ton aus, um den Bann zu brechen, der wie über ihm auch über dem Wald zu liegen schien.

Und er erschrak. Denn ein Echo gab den Ton so seltsam wieder; er kam als ein Klagelaut durch die Stille zurück.

Paul graute es plötzlich. Er sprang seinen Eltern nach, um ihrem traurigen Wandern ein Ende zu machen. Die Mutter war bei seinem Ton erschrocken stehen geblieben und sah sich um. »Wollen wir nicht umkehren?« rief er ihr mit forcierter Munterkeit zu. »Kehren wir doch lieber um! Hier ist es ja so langweilig!«

»Ja, wir wollen umkehren,« versetzte sie mit Hast und Bestimmtheit. Sie schien den Sinn dieses Wortes erst diesmal zu fassen. »Komm!« sagte sie rasch zu ihrem Mann.

»Schon umkehren?« brummte er. »Nanu?«

»Hier ist es gräßlich,« murmelte sie. »Man geht ja hier wie in die Verbannung. – Wer weiß, was ihm noch im Garten passiert?!«

»Was kann ihm da passieren?!« erwiderte er spöttisch, obgleich er ebenso gern umkehrte wie sie und der Junge.

Paul machte mehrmals den Weg, den seine Eltern nur einmal machten, weil er wie ein junger Hund immer hin und zurück lief. Als sie schon bald am Gasthaus waren, kam er ihnen mit rotem Gesicht entgegengestürzt: »Vater, Mutter, John sitzt bei den Kutschern und spielt Karten! Wir müssen durch die Seitentür gehen.«

Herr Zarnosky wollte sofort hineilen, um John vom Kutschertisch fortzuholen, doch seine Frau stellte sich ihm in den Weg, aus Furcht vor einem Skandal. Sie überredete ihn so lange, bis er ihnen durch die Seitentür folgte; aber er war so wütend, daß er fast keine Antwort gab.