Vor der Haustür blieb er wieder stehen und starrte, gegen seinen Willen gefesselt, auf das große, schmutzige Schild des Verunglückten.
Solch einen Holzsarg wie da auf dem Schild bekam er nicht, er bekam natürlich einen schönen, weißen Zinksarg, – und der wurde über ihm verlötet, so daß er nicht mehr heraus konnte.
Er wollte nicht verlötet werden. Er wollte lieber so, wie er ging und stand, zur Hölle fahren, als verlötet werden.
Was dachte er immer ans Sterben?! Er konnte ja auch noch gesund werden.
Die Hitze verursachte ihm Schwindel und Herzklopfen, es wurde ihm bald heiß, bald kalt. Dazu schossen noch immer die schrillen Leiertöne wie Raketen durch die Luft, und es roch nach qualmendem Pech, das in einiger Entfernung auf der Straße gekocht wurde. John wurde es so übel und so wirr im Kopf; er wußte nicht mehr, wo er war. Die gellenden Töne schienen schadenfroh gegen ihn anzuspringen, schienen ihn umwerfen zu wollen. Es sah aus, als wolle er tanzen, so drehte er sich plötzlich um sich selbst.
»Solch eine Frechheit,« stammelte er. »Ich ...,« er griff in die Luft und fiel besinnungslos zur Erde.
Zwölftes Kapitel
Es brannte eine Lampe im Saal, und Johannes saß bei John am Bett und unterhielt sich mit ihm in ängstlichem Flüsterton; denn draußen zog ein schweres Gewitter herauf. Es war drei Tage her, daß man John bewußtlos in der Grätengasse fand. Seitdem lag er fest zu Bett.
»So schwarz, schwarz ist der Himmel,« wisperte Johannes, sich schüttelnd.
Wenn die Welt doch untergehen möchte, dachte der Kranke, wenn die Erde sich doch auftun möchte und uns alle miteinander verschlingen!