„Leider wird er ihn nicht singen können. Die schöne Mignon, auf die wir uns einen halben Monat lang gefreut haben – der Gast – hat vor einer Stunde einen bösen Unfall gehabt.“
Die Neuigkeit pflanzte sich fort, denn sie hatten fast alle hingehen wollen.
„Wie jammerschade,“ wehklagten die jungen Mädchen.
„Wir werden das Geld natürlich zurückerhalten,“ freuten sich die praktischen Mütter.
„Keine trügerischen Hoffnungen, meine Damen,“ spöttelte ein alter Gichtiker, „soviel ich vor kaum zehn Minuten gehört habe, soll bereits ein vollwertiger Ersatz gefunden sein.“
Lebhafte Fragen bestürmten ihn von allen Seiten.
„Woher wissen Sie es? Das wird nicht ohne weiteres geglaubt.“
„Mir hat es der Theaterdirektor in eigenster Person anvertraut. Eine berühmte, große Sängerin, die zufällig hier zur Kur weilt, wird einspringen. Er tat sehr geheimnisvoll und verriet nichts weiter, so sehr ich auch in ihm drang.“
Frau Melchers wandte sich leise an Eva von Ostried.
„War es das, was Sie mir erzählen wollten, Eva?“