„Verzeihen Sie – ich bekam soeben wieder einen jener kleinen Anfälle, mit denen ich, leider, häufiger zu kämpfen habe.“
Frau Eßlings Stimme klang erregt.
„Warum haben Sie bisher nicht davon gesprochen?“
„Gott – man will doch „unter“, gnädige Frau. Nicht wahr?“
„Du wirst sie darum nicht fortschicken,“ flüsterte die junge Frau bittend.
Die Kommerzienrätin überhörte den Einwand ihrer Tochter völlig.
„Durchaus begreiflich, liebes Fräulein. Sie finden auch ganz sicher ein Haus, in dem diese Kleinigkeit nicht stört. Nur für meine Tochter passen Sie, leider, nicht als ebenfalls Schonungsbedürftige. Das sehen Sie auch ein?“ Eva von Ostried nickte mechanisch.
„Vollkommen, gnädige Frau.“
Warum ging sie jetzt nicht. Ihr Lächeln wurde der Kommerzienrätin unerträglich, bis ihr ein Gedanke kam.
„Kann ich Ihnen vielleicht in anderer Weise etwas helfen, Fräulein,“ fragte sie, im Grunde herzlich froh darüber, daß sich ihre Handlung auf gütlichem Wege ungeschehen machen ließ. „Ich halte Sie doch für ein vernünftiges Mädchen.“