„S’ wär schon besser gewesen, sie hätte sich früher an einen von unserer Zunft gewandt,“ brummte er halblaut.

„Steht es schlecht mit ihr, Herr Geheimrat?“

„Habe ich das etwa behauptet? – Fällt mir gar nicht ein. Ist übrigens irgend etwas nahes Verwandtes vorhanden?“

„Sie ist ganz einsam in der Welt.“

„Na, dann hören Sie mal einen Augenblick zu. Sie gefällt mir nämlich immer weniger. Ist körperlich viel zu sehr für dies ernsthafte Herzleiden herunter. Und schont sich dabei nicht gehörig, was die Geschichte natürlich verschlimmert.“

„O Gott, was soll ich tun. Sagen Sie mir alles, Herr Geheimrat?“

„Sie? – Sehr viel ist dagegen nicht zu machen. Sie können ihr höchstens jede Aufregung fernhalten und sie gehörig päppeln. – Also... es ist nicht so einfach, meine Liebe. Kann sehr wohl mal kommen, daß eines Tages, scheinbar ohne neue Ursache, etwas Menschliches eintritt. – Das wollte ich Ihnen doch unter vier Augen sagen, ehe Sie abreisen. In zwei Tagen soll die Reise ja wohl heimwärts gehen.“

Eva von Ostrieds Lippen bebten.

„Ich habe Niemand mehr als sie“ klagte sie erschüttert.