Da saß sie. Zusammengekauert. Verträumt. Er sah ihre Hände. Weiß und zart hoben sie sich von den Spitzen ihres Kleides ab. Und jetzt winkten sie ihn heran. Da war er neben ihr und nahm an ihrer Seite Platz.

Ihre Augen leuchteten voller Glanz. Der leichte Schleier war verschwunden. An ihren dichten langen Wimpern hing eine Träne.

„Warum haben Sie geweint,“ fragte er und wußte nicht, daß in seiner Stimme die Leidenschaft zitterte. Sie hörte den Klang und wunderte sich. Er war ihr fremd.

„Ich fühlte mich sehr einsam, aber dann habe ich mich auf Sie freuen müssen,“ sagte sie dankbar.

„Auf mich?“ Wie ein Rausch stieg es von seinem wildpochenden Herzen zum Hirn empor. Der Wein trug die Schuld. Nein, die weiche, graue Luft.

„Auf mich?“ fragte er noch einmal.

Sie nickte ihm zu und legte ihre Hand auf die seine. – Da lag sie. Nicht zu berühren wagte er sie, obgleich alles in ihm danach schrie, sie mit glühenden Küssen zu bedecken.

„Was wäre ich ohne Sie,“ fragte sie leise und weich.

Ist er ein Narr? Starr und steif saß er neben ihr. Ihre Hand war bei einer hastigen Bewegung von der seinen herabgeglitten und hing nun – matt und verlassen – zwischen ihm und ihr.