„Fühlst du meine Liebe nicht? Ich kann sie nicht länger verbergen. Ein Jahr ist lang. Seitdem weiß ich es schon und habe dagegen gerungen. – Nun geht’s nicht mehr. – Werde mein Weib!“

Sie starrte ihn fassungslos an. War er irre geworden? Er sprach weiter, ohne ihre Antwort abzuwarten.

„Du gehörst mir ja schon längst mit jedem deiner Gedanken. Weißt du das nicht?“ Sie fühlte seinen heißen Atem – das Nähern seiner Lippen und wurde von einer wilden Angst, von einem Entsetzen emporgerissen. – –

„Ich kann nicht! Ich kann nicht!“

Er wollte sie küssen. Wild wehrte sie sich und stieß nach ihm, nach ihrem geliebten, verehrten Meister, dem einzigen Menschen, dem sie voll vertraut hatte. Er fühlte den Stoß und sah das aufsteigende Grauen in ihren Augen – taumelte zurück, sah sie irre an und stammelte etwas.

Was? Sie verstand es nicht. Sie sah nur, daß er von ihr ging.

Nun hatte sie Keinen mehr auf der Welt!