Der Wohlbeleibte schien indes ihre Zurechtweisung nicht zu empfinden. Er sah sie in strahlender Zufriedenheit an.

„So unschlau würden’s doch auch net sein,“ sagte er mit gutgespielter Treuherzigkeit. „Wer zuerst kommt, tut halt auch zuerst mahlen, net wahr?“

„Der heutige Tag war sehr anstrengend für mich. Bitte fassen Sie sich kurz.“

„Sie werden schnellstens wieder aufg’lebt sein, Gnädigste. Ich hab nämlich grad kei Kartl zur Hand. Mei Name ist Alois Sendelhuber. Gnädigste wird schon meinen Namen g’hört haben.“

„Nein,“ sagte Eva von Ostried und betrachtete die klauenartig gebogene Hornkrücke seines kräftigen Stockes, die wenig zu dem eleganten andern passen wollte.

„Sollt’ man’s glauben? Mei kloans G’schäfterl hat sonst a guten Ruf.“

Eva von Ostried meinte endlich zu begreifen. Vielleicht war er gestern oder vorgestern in ihren Konzerten gewesen und sprach nun das, was der Kollege von der Geige ihr zart anzudeuten wagte, in schöner Offenheit aus.

„Ich brauche gar nichts, Herr Sendelhuber. Danke vielmals für Ihre Bemühung. Berlin, wohin ich mich morgen zurückbegebe, versorgt mich schon ausreichend.“

Sein Gesicht wurde plötzlich unendlich schlau und vergnügt.