Ohne ihn würde es kalt und leer sein. Der Tag keine Freuden mehr. Sie selbst müßten ratlos und unsicher in allen Dingen stehen. Sie malte sich aus, wie er bei ihr gesessen hatte in Zeiten strengster Arbeit. Ein unerbittlicher Lehrer, der quälen konnte, bis die Tränen der Erschöpfung und des Zornes flossen.
Ein Finger pochte an die Tür. Eine Bedienerin trat über die Schwelle.
„Verzeihung, gnädiges Fräulein, ich soll nachschauen, ob der Herr von Nummer 41, Herr Kurtzig ist sein Name, bei Ihnen wäre?“
„Wer fragt das?“ forschte Eva von Ostried erstaunt.
„Die Herrn Künstler, die von der Klause herübergekommen sind und ihn schon überall gesucht haben.“
„Ich bin allein, wie Sie sehen. Er wird in seinem Zimmer sein.“
„Nein, der Schlüssel hängt unten in der Buchhalterei. Er hat befohlen, daß ihm zu elf Uhr eine Flasche Sekt aufs Eis gelegt werden möchte. Und zwei Gläser dazu bestellt. Und einen kleinen Tisch mit lauter roten Rosen. Die Blumen sind gerade vorhin gebracht worden vom Michelsberger Franzel, der beim englischen Garten die schönste Binderei hält.“
„Wann hat er den Sekt bestellt? Erinnern Sie sich der Stunde?“
„Gleich nach acht Uhr kann’s gewesen sein, per Telephon aus dem Parkhotel.“