„Bei wem machte er die Bestellung?“

„Bei mir, gnädiges Fräulein. Ich bediene ihn seit Jahren, wenn er herkommt. Er weiß, daß Verlaß auf mich ist.“

„War er fröhlich, ich meine, klang seine Stimme so, als er mit Ihnen sprach.“

Die frische kräftige Kellnerin nickte zutraulich.

„So froh hat er’s geschmettert, wie nur einer sein kann, der nachher Sekt trinken will mit zwei Gläsern, gnädiges Fräulein! Und dazu die roten Rosen. Wir sind halt alle sündige Menschen. Und der Herr Ralf Kurtzig ist einer von denen, die mit achtzig Jahren noch nicht alt sind.“

„Die roten Rosen werden welken,“ sagte Eva von Ostried träumerisch.

„Schon möglich. Die Hitze war heute groß. Man konnte ja kaum atmen.“

„Und der Sekt und die beiden Gläser? Das Eis wird schließlich auch schmelzen –“

„Wär alles recht schade, gnädiges Fräulein. Der Tropfen, der ungetrunken bleibt, kann nicht einheizen und die meisten Leut’ können doch nicht leben beim toten Ofen.“