„Sie brauchen nicht zu glauben, daß ich Ihr Frühstück vergessen hätte, Fräulein. Es war nur nichts mehr im Hause. Und wieder um Geld bitten und das Gefrage und Vorwürfemachen mit anhören, gerad’ als ob man ein kleiner Betrüger wär’, nee, lieber nich! Unterwegs wird ja auch wohl was zum präpeln zu kriegen sein, denke ich.“

Eva von Ostried war das Blut in die Wangen gestiegen.

„Ich habe mich genau erkundigt,“ sagte sie kurz, „die Summe, die ich hingebe, genügt für uns beide völlig.“

„Könnte ich mich denn nich auch mal bei derselben Quelle ein bißchen belehren,“ fragte das Mädchen höhnisch und stemmte lachend beide Hände in die Seite. „Oder hat’s vielleicht der Spatz gesagt, der hier alle Morgen rumpiept, weil ihm keine Krume mehr gegönnt wird?“

„Sie werden unverschämt,“ sagte Eva von Ostried und bezwang ihre Empörung.

„Nicht im geringsten, Fräulein. Bloß tückisch, weil ich immer an einem leeren Futternapf stehen muß. Und darum, sehen Sie, ich bin viel zu abgewachsen für Ihr Portemonnaie. Eine, die ’nen Kopf kleiner ist wie ich und noch ein bißchen was von der vorigen Stelle auf den Rippen hat, die müssen Sie sich nehmen. Ich geh’ nämlich in vierzehn Tagen.“

„Es ist gut,“ sagte Eva von Ostried und mußte doch schaudernd an die neuen Unbequemlichkeiten denken, die daraus entstehen würden.

„Ich hätt’ noch was zu sagen.“

„Dann beeilen Sie sich. Ich muß fort.“

„Es nimmt bloß ein paar Minuten weg. Bis vor kurzem, na, sagen wir mal, bis Sie nach München gondelten, habe ich doch im Ganzen recht ordentlich gewirtschaftet, nich?“