„Ich habe Herrn Sendelhuber ausdrücklich und wiederholt erklärt, daß ich an diesem neunten November nicht mehr frei wäre,“ warf sie ein.
Darauf schien er kein Gewicht zu legen.
„Sind Sie überhaupt geschäftsfähig?“
„Ich bin volljährig.“ Er zuckte die Achseln.
„Meiner Ansicht nach nichts zu machen. Aber Sie können meinetwegen wiederkommen. Bei einer Stunde ist der Bürovorsteher vom Essen zurück. Und dann findet sich auch der Herr Justizrat ein.“
Als Eva von Ostried endlich wieder in der frischen Luft stand, mußte sie herzlich lachen. Sie erschrak vor diesen fröhlichen Lauten. Wie lange hatte sie doch nicht mehr dies heimliche Behagen gespürt!
Die Erscheinung des würdigen Vertreters von Bürovorsteher und Justizrat hatte etwas zu köstlich Erheiterndes gehabt. Ob auch wohl der Herr Justizrat – –
Der Titel füllte sich plötzlich mit lebensvoller Erinnerung. Hatte ihr der treue Freund und Berater der Präsidentin nicht beim Abschied auf das Bereitwilligste seine Dienste angeboten? Ihre Gedanken waren seither nicht wieder zu ihm gelaufen. Sie hatte die Zeit, in welcher sie ihm beinahe täglich begegnen mußte, künstlich versenkt. Nun aber beschloß sie, nachdem sie die Wartefrist auf Herrn Sendelhubers Antwort noch einmal auf vierundzwanzig Stunden verlängert hatte, ihn aufzusuchen.