„Mit Herrn Sendelhubers weitem Gewissen müssen wir uns als leidige Tatsache abfinden. Ein Zeuge war bei Ihrer Unterredung nicht zugegen?“

„Nein, wir waren allein. Ich kannte ihn bis dahin gar nicht. Er erwartete mich, als ich spät Abends heimkam.“

Sie hatte die Farbe gewechselt. Das entging ihm nicht.

„Es liegt kein Grund zur Beunruhigung vor,“ tröstete er. „Wir würden im gerichtlichen Verfahren zweifellos obsiegen. Aber, nicht wahr, es wäre friedlicher und erledigte sich vor allen Dingen ungleich schneller, wenn man den genannten Herrn durch einen einfachen Briefwechsel zur Einsicht brächte.“

„Mir hat er auf solche Bestrebungen nicht geantwortet.“

„Das glaube ich gern. Der Briefbogen mit der Firma zweier Anwälte ist bekanntlich wirksamer wie das schönste Schriftstück mit Röslein und Jasmin.“

Sie sahen sich beide an und mußten lachen. Das kleine Buch lag noch immer in seiner Hand.

„So ein Kunstwerk soll heute noch an ihn abgehen, gnädiges Fräulein.“

„Und dann,“ fragte sie schnell.