Hinter Evas Stirn fieberten die Gedanken, wie einst –
„Wer hat das Recht zu verdammen? Niemand auf der ganzen Welt! Auch die, welche sich schuldlos wähnen, nicht.“ Sie neigte sich und zog die Kniende sanft zu sich empor. „Du armes, armes Kind.“
In ihren Augen glühte keine Verachtung. Ihr Gesicht verzog sich nicht zu unnahbarem Stolz.
Es war eine alles begreifende und verzeihende Liebe darin!
Das müde, gepeinigte Mädchen erkannte, daß Eva von Ostried jenen Mann niemals geliebt hatte und dennoch voll die Macht begriff, die er besaß!
14.
Vor das Hohen-Klitziger Herrenhaus rollte ein Landauer! Die rassigen Köpfe zweier Blauschimmel verdunkelten plötzlich das Küchenfenster, hinter dem die Mamsell das Futter für die jungen Puten zurechtknetete. Sie wandte sich nach der einzigen ihr zur Verfügung stehenden Hilfe um, die damit beschäftigt war, von einem Paar langschäftiger Stiefel die Kotspritzer mit einem Holzspahn herunter zu kratzen.
„Nee,“ dachte sie dabei, „die sieht kein bißchen proper aus,“ und machte sich selbst zum Gehen bereit.