Das hochmütige Gesicht verlor nichts von seiner kühlen Freundlichkeit.

„Für so eigensinnig hätte ich Sie nicht gehalten, Herr Amtsrat.“

„Das soll wohl eine Beleidigung sein,“ dachte der alte Wullenweber und lachte vergnügt in sich hinein. „Mein Jungeken, damit hast du bei mir kein Glück.“

Laut sagte er:

„Ich bin sogar so eigensinnig, daß ich Eva von Ostrieds Vater nicht mehr in mein Haus reingelassen habe, seitdem es mir keine Ehre mehr sein konnte, mit ihm umzugehen.“

Der Hieb saß.

„Aber seiner Tochter scheinen Sie erfreulicherweise die alte Zuneigung erhalten zu haben,“ meinte der Schloßherr mit glatter Höflichkeit.

„Zu der Tochter stand und stehe ich weiter in gar keinem Verhältnis. Sie ist mir fremd geblieben. Was ich übernahm, tat ich lediglich für ihre Mutter. Uebrigens weiß ich seit ihrer Volljährigkeit nur das eine, daß sie seit dem Tode ihrer mütterlichen Freundin, irgendwo in Berlin untergetaucht ist.“

„Auch die Adresse ist Ihnen unbekannt geblieben, Herr Amtsrat?“