„Noch gestern hätte ich das glatt verneinen müssen. Heute allerdings.“

Es klang zögernd. Aber der Schloßherr hat bereits das Notizbuch hervorgesucht und netzte den Stift behutsam an den Lippen.

„Ich war vorher noch nicht zu Ende gekommen, Herr Amtsrat. Ich lege aus zweierlei Gründen großes Gewicht gerade auf diese Adresse. Erstens ist anzunehmen, daß Fräulein von Ostried, wenn auch nur, um sich für die Teilnahmslosigkeit unserer Familie zu rächen, widersprechen würde, sobald sie etwas von dem ohne sie gefaßten Beschluß erführe.“

„Mein Gott, wie sollte sie davon hören.“

„Es könnte immerhin möglich sein. – Der zweite Grund betrifft sie selbst. Ich halte mich noch nicht befugt darüber zu sprechen. Jedenfalls – – Also, wenn ich Sie jetzt bemühen darf, Herr Amtsrat.“

„So schnell geht das nicht. Sie denken wohl, ich brauchte sie ihnen so ganz einfach bloß zudiktieren.“

„Etwas anderes zog ich allerdings nicht in Betracht.“

„Bedaure! Sie müssen sich noch selbst darum bemühen. Ich besitze seit gestern nämlich lediglich die Möglichkeit, näheres über sie zu erfahren. Mein Neffe, Rechtsanwalt Wullenweber, berichtet mir, daß sie in einer geschäftlichen Angelegenheit seinen juristischen Beistand in Anspruch genommen hätte. Seine Adresse ist zu Ihrer Verfügung.“ – Der Amtsrat nannte sie.

„Haben Sie eine Ahnung, verehrter Herr Amtsrat, ob Ihr Herr Neffe ein tüchtiger Anwalt ist?“