„Natürlich. Er betonte aber gerade zu mir, wie knapp seine Zeit geworden sei.“
„Wenn dich die Neugier sticht, kannst du den Brief nachher lesen.“
„Du weißt genau, daß es etwas anderes ist!“
„Meinetwegen. Du hör’ mal,“ und er zog den Amtsrat bei Seite wie ein Kind, das etwas Heimliches zu sagen hat, vor dem es sich im Grunde genommen, ein wenig schämt, „befiehl doch mal deiner verehrten Scharteke da, daß sie uns eine von dem herben Ungar raufholt. Frage nichts. Gib auch keine Lehren. Tu mir mal ausnahmsweise den kleinen Gefallen.“
Der Amtsrat hatte eine heftige Ablehnung bereit. Als er aber das alte, bittende Gesicht sah, überkam ihn eine eigentümliche Weichheit.
Schließlich war es keine Kleinigkeit, daß der Bruder Leichtfuß seinen tiefgewurzelten Widerwillen gegen die ländliche Stille überwunden und – seinem Ehrenwort getreu – ohne neue Schulden zu machen, bei ihm ausharrte. Er tuschelte mit der Klidderten.
„Schön, holen Sie eine rauf. Wir haben ja ohnehin noch fünfzig von der Sorte.“
„Aber, ihn bloß nichts davon merken lassen, Herr Amtsrat.“
„Wenn Sie sich nicht verplappern, Klidderten.“
„Wo werd’ ich denn. Ich bleibe dabei, daß es im Ganzen überhaupt bloß noch zwei waren. Eine wurde ausgetrunken, als Herr Walter das letzte mal bei uns war. Nu is denn keine einzige mehr da. Bloß noch der Säuerling, den ich für’s Wildragut gebrauche.“