„Konnten Sie das Gesicht wahrnehmen?“
„Freilich! Ich hab’ doch scharf aufgepaßt. Ganz elend und durchsichtig war’s. Aber schlecht und verworfen – – Nee, Herr Rechtsanwalt. Solche sehen anders aus.“
„Und dann haben Sie sich also davon gemacht?“
„Was sollte ich sonst tun? Zufällig fand ich einen Bleistift in meiner Tasche und den Fahrschein verwahre ich mir auch allemal, weil die Kinder darauf wild sind. Auf den hab’ ich geschrieben „die alte Pauline war hier!“ und das in den Briefkasten geschoben.“
„Warum setzen Sie sich nicht,“ fragte er plötzlich. „Ich muß noch mancherlei mit Ihnen besprechen. Wenn ich mich recht erinnere, erzählten Sie mir von Fräulein von Ostrieds reichem Muttererbe. Oder, sollte ich mich verhört haben?“
Sie erzählte es noch einmal kurz.
„Sie zeigte Ihnen also, um Sie über ihre Zukunft zu beruhigen, ihren ganzen Reichtum?“
„Ja, so war’s!“
„Und die alte sparsame Pauline ist seitdem der Ueberzeugung, daß es sich um Fünfzigtausend oder gar noch mehr handelte?“
„Ganz so dumm bin ich doch nicht. Mit Geld weiß ich gut Bescheid. Ehe das Fräulein zu uns gekommen ist, hab’ ich alles auf die Bank tragen und wieder runterholen müssen, so oft unsere Frau Präsident nicht mit ihrem Herzen in Ordnung war.“