Es handelte es sich ja auch um sein Glück! Nicht lediglich um das ihre! Wem schadete sie, wenn das Geheimnis ihrer Schuld gewahrt bliebe?
Wieder las sie seine Zeilen.
Dann verriegelte sie ihre Tür.
Gegen Abend tastete sie sich endlich empor und antwortete ihm. Sie hätte nicht zu sagen vermocht, woher ihr die Kraft dazu gekommen war:
„Vom ersten Augenblick unseres Kennenlernens an habe ich Sie als einen grundguten Menschen empfunden. Viele solcher waren mir bis dahin nicht begegnet. Darum zeigte ich mich auch anders, wie sonst.
Ich danke Ihnen für alles, was Sie mir in Ihrem Brief gesagt haben. Es soll mir ein Ansporn zum Reifer- und Besserwerden sein. Erwidern kann ich Ihre Liebe nicht. Ich habe mir die Kunst erwählt. Ihr muß ich treu bleiben. Das begreifen Sie wohl. In dieser Stunde nehme ich Abschied für immer von Ihnen und fühle für Sie wie für einen lieben, großen, treuen Bruder, den ich innig bitte, uns Beiden jedes Wiedersehen zu ersparen.
Es brächte mir nur Qualen und keine Sinnesänderung.
Aber wissen sollen Sie, daß mein Herz keinem andern gehört noch jemals gehören wird....“
In der Karlsenschen Villa waren die Rolläden herabgelassen.