Lachend schüttelte er den Kopf. „Davon verstehe ich nichts, Elfchen! Ich weiß jetzt lediglich, daß es dein Wohl gilt. Höchstens zwei Stunden insgesamt bleibe ich bei dir. Dann entschwinde ich. Du schläfst fein ein und träumst von mir, wenn nicht besser von unserm Altmeister Goethe.“

„Das besorge ich an sämtlichen andern Tagen schon, Paulchen,“ beharrte sie in fieberhafter Unruhe. „Dies heute ist mein Festtag, den ich nicht hergebe.“

„Sei nicht kindisch, dumme, kleine Frau.“

Sie richtete sich auf und blickte ihn fast streng an.

„Ich werde sofort aufstehen und mich ankleiden lassen. Jawohl, das mache ich! Ganz bestimmt, wenn du grausam bleibst.“ Er lenkte ein.

„Gut, dann will ich auch noch den Nachmittagstee bei dir nehmen. Aber – Hand her. Kein Wort hinterher zu deiner Mama oder zu dem Meergreise! Auch der häusliche Detektiv muß ahnungslos bleiben. Für ihn verschwinde ich gleich nach dem Mittag, das hoffentlich nicht mehr allzu lange auf sich warten läßt. Denn, verzeih, Kleines, aber ich habe einen Bärenhunger.“

Er sprach den Speisen mit dem Appetit eines beneidenswerten Gesunden zu, der eine beträchtliche Menge braucht, um sich den Ueberschuß seiner Kraft zu erhalten. Seiner Stimme zu liebe war er ein sehr mäßiger Trinker. Und dies blieb das einzige Opfer, das er brachte. Denn er liebte einen guten Tropfen bei lustiger Gesellschaft und brauchte ihn eigentlich zur Anreizung noch mehr, wenn sie fehlte. Darum hatte er bei jeder der Hauptmahlzeiten einen Kampf mit sich zu bestehen, der schließlich eine erhöhte Reizbarkeit auslöste.

Heute beschloß er eine Ausnahme zu machen.

Er hob den Sekt aus dem Kühler und war im Begriff den Kelch seiner Frau zu füllen, als er, noch ehe er begonnen, die Flasche wieder steil emporhielt.